perspektive

Die Atmung ist wirklich eine Wunderwaffe und nicht zuletzt deshalb, weil sie ein absolut natürlicher Vorgang ist, der ganz von selbst abläuft.

Dabei dehnen sich beim Einatmen die Lungenflügel nach unten und seitlich aus und der Brustkorb und Bauchraum weiten sich. Beim ausatmen werden sie dann wieder kleiner. Wenn wir einatmen, dann spannt sich die Atemmuskulatur, vor allem das Zwerchfell, an und beim Ausatmen entspannt sie sich wieder.

Sozusagen ist Atmung ein ständiger Wechsel zwischen Spannung und Entspannung und genau das kann uns helfen kurzfristig, aber auch auf lange Sicht mehr innere Ruhe und Gelassenheit zu entwickeln.

Allerdings kommt es hier auf die richtige Atemtechnik an, denn atmen ist leider nicht gleich atmen.

Ist es nicht ein Wunder, dass atmen ein automatisierter Ablauf in unserem Körper ist, denn wenn man sich vorstellt an jeden Atemzug denken zu müssen…

Dieser Automatismus gibt uns aber auch die Möglichkeit unsere Atmung gezielt zu beobachten. Stellen wir uns zwei unterschiedliche Situationen vor und beobachten dabei unsere Atmung:

 

Situation 1:

Du fährst auf einer kurvigen Bergstraße im Sommer und es ist ziemlich viel Verkehr. Im Rückspiegel siehst du einen Motorradfahrer immer näher kommen und deine Atmung wird automatisch schneller und flacher. Du ahnst schon, dass der Motorradfahrer wahrscheinlich überholen wird und nimmst gleichzeitig auch den ziemlich dichten Gegenverkehr war. Für deinen Körper bedeutet das Stress (mehr dazu kannst du hier nachlesen) und das zeigt sich auch an deiner Atmung. In dem Moment, in dem der Motorradfahrer dann tatsächlich überholt und es sich knapp ausgeht, hältst du automatisch den Atem an, um dann erleichtert tief auszuatmen.

Situation 2:

Es ist ein Sonntagmorgen und du liegst noch ein bisschen im Bett und träumst vor dich hin. Du denkst an einen besonders schönen Moment und nimmst dabei wahr, wie deine Atmung ruhig und tief ist. Du atmest langsam ein und aus. Ohne Mühe befindest du dich in einem entspannten Zustand und das zeigt sich auch an deiner Atmung.


Was ich dir mit diesen beiden Situationen zeigen möchte ist, dass dir dein Körper über deine Atmung unmissverständlich zu verstehen gibt, ob du gerade angespannt oder entspannt bist.

Und genau das können wir uns zunutze machen, denn die Kontrolle der Atmung ist eine einfache, aber sehr effektive Methode den Stresslevel im Körper zu senken.


Aber wie atmet man nun „richtig“?

Atme in den Bauch

Im Gegensatz zur Brustatmung, bei der sich der Bauch bei der Einatmung einzieht und der Brustkorb hebt um der Luft Platz zu verschaffen (wobei sich üblicherweise die Muskeln im Schulterbereich, oberen Rücken und Brustkorb verspannen, um die Rippen anzuheben), wölbt sich der Bauch bei der Bauchatmung vor, während der Brustkorb völlig unbewegt bleibt.

Da der Bauch viel elastischer ist als der Brustkorb, steht bei der Bauchatmung viel mehr Atemzugvolumen zur Verfügung, wodurch ruhige und tiefe Atemzüge möglich werden.

Diese langsamen und tiefen Atemzüge helfen die Herzfrequenz zu verringern und den Blutdruck ein bisschen abzusenken. Und die Bauchatmung sorgt auch für eine sanfte Massage der Bauchorgane, welche Magen, Darm, Leber, Niere, Milz usw. hilft zu entspannen.

Atme länger aus, als ein

Eine verlängerte Ausatmung beruhigt unser vegetatives Nervensystem, denn beim ausatmen aktivieren wir den Parasympathikus, der für die Entspannung in unserem Körper zuständig ist. Dadurch kann sich die Atmung vertiefen, Puls und Herzschlag werden ruhiger und das körpereigene Beruhigungssystem startet.

Atme durch die Nase

Hier gibt es unterschiedliche Ansätze, ich aber bin der Meinung, dass das atmen durch die Nase viele Vorteile hat. Erstens reinigt die Nasenschleimhaut die eingeatmete Luft von Fremdpartikeln und Krankheitserregern. Zweitens bringt die Nasenschleimhaut die Atemluft beinahe auf Körpertemperatur und heiße Atemluft wird durch das Strömen durch die Nase abgekühlt und mit Feuchtigkeit angereichert. Und drittens nehmen wir durch die Nasenatmung mehr Sauerstoff im Vergleich zur Mundatmung auf.


Ich habe für dich schon ein Atemübung für Einsteiger im Mitmachbereich zusammengestellt und es folgen bald weitere (damit du keine Neuigkeiten im Pausenraum verpasst empfehle ich dir, dich für meinen Newsletter anzumelden) .

Also nimm dir doch ein bisschen Zeit und lass uns gemeinsam „richtig atmen“ trainieren.

Entspannte Grüße, Viktoria