Das Jahresende naht und das Jahr 2019 war wirklich etwas ganz besonderes.

Besonders deshalb, weil eigentlich nicht wirklich viel passiert ist und ich trotzdem das Gefühl habe, dass ich 2019 endlich bei mir angekommen bin. Hier bewahrheitet sich wieder einmal, dass in der Ruhe die Kraft liegt.

Ich möchte dich gerne auf eine Reise mitnehmen – lass uns gemeinsam erforschen, was an 2019 so besonders für mich war.

Im November 2018 habe ich mich von Social Media verabschiedet (die Erfahrungen der ersten 6 Monate ohne Instagram, Facebook und Co kannst du hier nachlesen: FOMO oder JOMO – meine ersten 6 Monate ohne Social Media ) und das war tatsächlich eine der wichtigsten und besten Entscheidungen in meinem Leben. Erst durch den Verzicht habe ich erkannt, was diese Medien mit mir gemacht haben. Das ständige Vergleichen, die unnützen Informationen, die Bestätigung meiner eigenen Ansichten – das hat mich zu einer Nachahmerin und ignoranten Person gemacht. Warum sollte ich mich auch mit anderen Themen oder Ansichten beschäftigen, wenn meine „Freunde“ doch sowieso alle so denken wie ich?

Die Zeit, die ich durch mein Social Media Detox gewonnen habe, habe ich dafür genutzt um zu lesen. Unzählige, gedruckte Bücher zu den unterschiedlichsten Themen sind durch meine Hände, meine Augen und meinen Kopf gegangen und haben mir die wundervollsten Einsichten gebracht.

Ich habe mich mit schwarzen Löchern, dem Leben im weißen Haus, der Macht der Manipulation, der Führung von Mitarbeitern, den Gräueln von Konzentrationslagern, der Menschheitsgeschichte, der Langeweile, der Wichtigkeit von Customer Experience im e-commerce Bereich, der Wichtigkeit von Spiel in unserem Leben, der Frage nach Identität, der Geschichte der Sprache und den geografischen Besonderheiten, die die Politik auf unserer Welt beeinflussen beschäftigt.

Ganz konnte ich mich aber nicht aus meiner „Blase“ lösen, denn ich habe eine neue Leidenschaft für Podcasts entdeckt. Hier bin ich relativ schnell bei denen hängen geblieben, die mir ein gutes Gefühl geben. Vor allem der Podcast von Oprah hat es mir angetan und auch wenn ich nicht immer damit einverstanden bin, was dort gesagt wird, nehme ich mir doch immer etwas mit.

Anfang des Jahres war mein Job von vielen Umbrüchen geprägt. Kollegen sind gegangen, neuen Kollegen sind gekommen und dann war ich plötzlich in der Situation innerhalb von kürzester Zeit drei unterschiedliche direkte Vorgesetzte zu haben. Was für ein Glücksfall für mich, denn nun habe ich genau die Führungskraft, die ich brauche. Jemand der mich machen lässt und trotzdem immer da ist, wenn ich ihn brauche. Alle, die mich kennen wissen, dass ich der wahrscheinlich extremste „Goldsternchen-Sammler“ war. Das hat sich in diesem Jahr irgendwie geändert. Ich habe plötzlich ein noch nie da gewesenes Selbstbewusstsein und jetzt stellt sich für mich die Henne/Ei Frage: war ich zuerst selbstbewusst und bekomme daher gutes Feedback oder bekomme ich Feedback und Wertschätzung und dadurch entsteht mein Selbstbewusstsein? Eigentlich egal – ich find es super so wie es ist.

Aber nicht nur mein Selbstbewusstsein ist neu – auch viele Kollegen sind mir mittlerweile schon richtig ans Herz gewachsen. Ich fühle mich angekommen dort wo ich bin und das gibt mir die Sicherheit neue Chancen zu ergreifen.

Und dann ist 2019 noch etwas passiert, dass eigentlich so nie in mein Bild gepasst hat. Meine Jungs haben begonnen Fußball zu spielen. Nie habe ich mich als „Fußball-Mutti“ gesehen, die bei den meisten Trainings dabei ist und bei Turnieren mitfiebert, als ob das eigene Leben davon abhängt. Aber oft kommt es eben anders – und ganz ehrlich: es gefällt mir. Die Kinder lieben es Fußball zu spielen, sie haben eine tolle Mannschaft, einen unglaublichen Trainer und auch die anderen Fußball-Muttis und Fußball-Vatis sind eine echte Bereicherung für unser Leben. Und das Familienleben hat sich ganz schön verändert, Training und Turniere nehmen einen großen Teil unserer Familienzeit in Anspruch. Logisch, dass dadurch andere Dinge einfach keine Zeit mehr bekommen haben.

Und dann habe ich in einem Podcast einen Satz gehört, der mir die Augen geöffnet hat: „If you love your children, take care of their mother“. Mir Zeit für mich selbst zu nehmen ist für mich nicht so einfach.

Ja es stimmt, ich bin oft auf Dienstreisen, ich habe diesen Blog und meine wundervolle Entspannungsrunde, aber bei all diesen Aktivitäten gebe ich. Und ich gebe unglaublich gerne – nur ist mein Brunnen nicht unversiegbar.

Deshalb habe ich 2019 beschlossen etwas völlig Neues zu lernen. Ich lerne Kraulschwimmen. Das klingt jetzt vielleicht nicht so wahnsinnig toll, aber was dieser Kraulschwimmkurs mit mir gemacht hat ist unvorstellbar. Die ersten beiden Einheiten habe ich die Hälfte des Schwimmbeckens „ausgetrunken“ und ich war am Verzweifeln. Noch nie ist mir etwas so schwer gefallen. Jeden Freitagabend habe ich mir neue Ausreden ausgedacht, warum ich am Samstag nicht zum Schwimmkurs gehen kann. Und jedes Mal, wenn ich dort war bin ich bis an meine Grenzen gegangen und war danach unglaublich stolz auf mich.

Etwas Neues zu lernen bedeutet, dass man aus der Komfortzone raus muss, dass man Schmerzen (wenn auch nur psychischer Natur) leidet und dass man sich selbst besiegen muss.

Etwas Neues zu lernen bedeutet aber auch, dass man sich (in kleinen Mini-Schritten) verbessert, dass man einen schon lange vergessenen Ehrgeiz wieder findet und dass man sich dann auf die Schulter klopfen kann, wenn man es wieder durchgestanden hat.

Alle diese Ereignisse und Veränderungen geben mir ein Gefühl einer großen Zufriedenheit. Zufriedenheit mit dem was ist und wer ich bin. Und ich achte sehr darauf, dass dieses Gefühl der Zufriedenheit nicht durch außen zerstört wird. Ich bin sehr feinfühlig, wenn es um die Energie geht, die Personen in mein Leben bringen und ich werde mir immer bewusster, dass ich den Kontakt zu Person, die mir Energie rauben (wo ich mich, nachdem ich diese Personen gesehen habe nicht besser sondern schlechter fühle), minimieren werde. Das bin ich mir, nachdem ich 2019 die Person geworden bin, die ich sein soll, einfach wert!

 

Was bleiben soll

  1. meine neu gewonnene Zufriedenheit
  2. mein Entspannungstraining und dieser kleine, feine Blog
  3. Neues, das ich gelernt habe
  4. mein Selbstvertrauen
  5. neue Bekanntschaften und besondere Freundschaften
  6. Musik

Was weg kann

  1. Menschen in meinem Leben, die mir Energie rauben
  2. Zeitfresser
  3. unendliches grübeln
  4. die Unordnung (im Kleiderschrank und in meinem Kopf)

Da ist sie also – meine Liste für 2020.  Außer Frage steht natürlich meine wundervolle kleine Familie. Diese wird immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen haben.

Keine Ahnung ob es gut oder schlecht ist, dass mehr Dinge bleiben sollen, als weg können ?!

Ich plädiere mal für gut, denn ich bin tatsächlich sehr stolz darauf zu welcher Person ich mich in diesem Jahr entwickelt habe (oder habe ich einfach nur den Mut gefunden endlich die Person zu sein, die ich eigentlich schon immer war? ).