Ich fahre mit meinem Auto und möchte einen LKW vor mir überholen. Ich blinke, schaue in den Seitenspiegel und wechsle die Spur. Leider habe ich das Auto im toten Winkel nicht gesehen, dessen Fahrer eine Vollbremsung hinlegen muss und gleichzeitig instinktiv seine Hupe im Dauerton betätigt.

In meinem Körper passiert nun in Bruchteilen von Sekunden folgendes:
meine Verdauung wird unterbrochen, das Blut fließt aus den inneren Organen in die Muskulatur, der Spannungszustand erhöht sich, der Sauerstofftransport wird verstärkt, die Herzfrequenz steigt und eine ganze Reihe von motorischen Reaktionen wir erleichtert.
Kurz gesagt: mein Körper bereitet sich auf „fight-flight-fright“ vor, also auf den urzeitlichen Instinkt des Angriffs oder der Flucht.

Die selben körperlichen Reaktionen erlebte ein Jäger und Sammler in der frühesten Menschheitsgeschichte, wenn er beim Beerensammeln auf ein Raubtier traf.

In meinem Auto sitzend weiche ich instinktiv dem anderen Auto aus und habe Glück, dass hinter mir kein Auto auf der rechten Fahrbahn fährt. Es ist noch einmal gut gegangen und sowohl der andere Autofahrer als auch ich sind mit dem Schrecken davon gekommen.

Doch der Schrecken sitzt tief: ich habe noch minutenlang Herzklopfen, ich schwitze, mir ist übel und ich ärgere mich darüber, dass ich durch Unaufmerksamkeit den Schulterblick vergessen habe.

Wie war denn das dann bei unseren frühzeitlichen Vorfahren? Hatten diese auch Herzklopfen, Übelkeit und schwitzende Hände?

Ich denke nicht, denn im Gegensatz zu mir im Auto ist dieser Stresssituation (Treffen mit Raubtier) immer eine körperliche Aktivität (weglaufen oder kämpfen) gefolgt. Das Adrenalin im Körper wurde für körperliche Höchstleistungen benutzt und verschwand durch die körperliche Belastung dann wieder aus dem Körper.

Und so komme ich auch schon auf eine wirkliche Herausforderung für uns neuzeitlichen Menschen: so sinnvoll ein massiver Adrenalinausstoß bei einem Überholmanöver auf der Autobahn ist, so gesundheitsschädlich sind Stresshormone, die in unseren Körper gekommen sind um zu bleiben.

Denn: mein Körper unterscheidet nicht wirklich zwischen einer lebensbedrohlichen Situation und einem unangenehmen Gespräch mit meinem Vorgesetzten. In jeder Stresssituation passiert in Bruchteilen von Sekunden folgendes:
meine Verdauung wird unterbrochen, das Blut fließt aus den inneren Organen in die Muskulatur, der Spannungszustand erhöht sich, der Sauerstofftransport wird verstärkt, die Herzfrequenz steigt…

Und wenn dieser Stressreaktion keine körperliche Aktivität folgt, bleiben diese „Helferlein gegen Gefahren“ in meinem Körper und können ihn auf Dauer massiv schädigen. Das passiert natürlich nicht sofort und ist auch sicher nicht bei jedem Menschen gleich ausgeprägt, aber das Grundprinzip ist immer das selbe.

Die gute Nachricht ist, dass man durch regelmäßige „Entspannung“ Stresssymptome immer wieder „ausschalten“ und so dem Körper und Geist Zeit zur Regeneration geben kann.

Die schlechte Nachricht ist, dass das die richtige Wahrnehmung von Stresssignalen und vor allem viel Übung erfordert.

Doch ich habe auch hier eine gute Nachricht, denn genau dafür ist der Pausenraum gemacht – um dir zu helfen die für dich passenden Entspannungsmethoden zu finden.

Also schau doch mal im Mitmachbereich vorbei, vielleicht ist ja schon etwas für dich dabei.

Die Inhalte werden laufend mehr und ich freue mich natürlich auch hier über Feedback und Anregungen von dir.

Bis dahin wünsche ich dir viele entspannte Stunden!