Ich fühle mich ängstlich und gleichzeitig dankbar.
Ich bin müde und gleichzeitig erfüllt.
Ich bin kurz vor wahnsinnig und gleichzeitig bin ich glücklich.


Ich mache Yoga, während meine Kinder um mich herumlaufen.
Ich versuche zu lesen, während Fußball-Lieder in ohrenbetäubender Lautstärke durchs Haus schallen.
Jeden Abend nehme ich mir vor am nächsten Tag eine Stunde vor allen aufzustehen, um Zeit für mich – nein eher, Zeit für die notwendigen Vorbereitungen des Tages zu, haben.
Jeden Morgen verwerfe ich diese Idee wieder.
Und jeden Morgen muss ich mich zusammenreißen, dass ich nicht grantig werde, weil ich nicht früher aufgestanden bin.


Ich fühle mich überfordert und gleichzeitig unterfordert.
Ich bin traurig und lache trotzdem.
Ich fühle mich isoliert und trotzdem verbunden.


Ich freue mich, wenn die Kinder im Hort sind.
Ich freue mich, wenn die Kinder nach der Schule gleich nach Hause kommen.
Ich genieße die Zeit, wenn sie mit Freunden spielen und gleichzeitig fühle ich ein unbeschreibliches Gefühl von Verlust, wenn sie ihre Freunde uns vorziehen.
Ich versuche gelassen zu sein, ob all der Herausforderungen, die 2020 für uns bereithält und sitze dann doch wie gebannt vor der TV-Berichterstattung.
Ich möchte meinen Kindern vorleben, dass respektvolles Miteinander und Charakter wichtig ist und kann mich dann in manchen Situationen doch wieder nicht beherrschen.


Ich bin den Tränen nahe und trotzdem optimistisch.
Ich bin verletzlich und gleichzeitig mutig.
Ich halte mich selbst oft nicht aus und kann doch nicht ohne mich.


Jedes Jahr überrascht es mich aufs Neue zu Ostern, dass die Osterdeko vom letzten Jahr noch immer nicht weggeräumt ist.
Jeden Freitag frage ich mich, wo diese Woche geblieben ist.
Regelmäßig frage ich mich, wie ich „alles“ in einen Tag hineinquetschen kann und oft funktioniert es irgendwie.
Und manchmal auch nicht.
Ich frage mich, wie man so lieben kann. Und zwei Sekunden später wünsche ich meine Kinder zum Mond.
Ich bin meinem Mann dankbar, dass halbe/halbe für ihn keine Floskel ist und dann macht es mich wütend, dass ich dafür dankbar sein muss.
Ich bin überwältigt von meinem Alltag und gleichzeitig plane ich, was ich noch alles machen könnte.
Ich vergesse die Kinder zur Musikschule zu bringen, aber nie zum Fußballtraining.


Mein Leben ist geliebtes Durcheinander.
Durcheinander im Kopf.
Durcheinander zuhause.
Durcheinander der Gefühle.
Geliebtes Durcheinander.