Ich mag das Wort „social distancing“ nicht. Sich sozial zu distanzieren würde für mich direkt in die Isolation und Einsamkeit führen.

Ich bin der Meinung, dass wir Abstand halten können, ohne uns sozial zu distanzieren – dank der digitalen Möglichkeiten unserer Zeit ist das einfacher denn je. Videotelefonieren, Nachrichten schreiben oder einfach nur so telefonieren – all das macht es uns möglich mit unserer Familie und unseren Freunden in Kontakt zu bleiben.

Es ist gerade eine sehr herausfordernde Zeit für uns alle – noch nie waren wir mit einer Pandemie in dieser Größenordnung konfrontiert. Viele sind der Meinung, dass unsere Welt nach dieser Krise nicht mehr dieselbe sein wird. Wie sich unsere Welt verändern wird liegt zu einem großen Teil bei uns selbst.

Ich persönlich finde die Gedanken von Matthias Horx (www.horx.com) sehr inspirierend – hier könnt ihr sie nachlesen.

Aber was können wir jetzt tun, um gesund durch diese Krise zu kommen und dabei auch nicht verrückt zu werden?

Zuhause bleiben

Wir alle können einen Beitrag dazu leisten, dass diese Krise keine dramatischen Ausmaße annimmt und hoffentlich relativ schnell wieder vorbei ist. Das Wort der Stunde heißt nicht umsonst Abstand halten, 25% weniger soziale Kontakte kann die Maximalzahl gleichzeitig Infizierter im „absoluten Worst-Case-Szenario“ um rund 80 Prozent reduzieren!!!

 

Klare Strukturen

Unser Gehirn liebt klare Strukturen. Wir brauchen Abläufe, die uns helfen den Tag gesund zu überstehen. Gerade in dieser Phase ist es wichtig, dass wir ab und zu mal den Autopiloten benutzen können, um nicht in Grübelei zu verfallen oder den Tag vor dem Fernseher einfach vorüber gehen zu lassen.

Wo helfen klare Strukturen und wie kann man sie gestalten?

  • regelmäßige Schlafenszeiten helfen dem Organismus sich besser zurecht zu finden
  • spätestens nach dem Frühstück raus aus dem Pyjama und so das Gehirn auf Tagesmodus umstellen
  • ein Tagesplan kann, vor allem mit kleineren Kindern zuhause, helfen Strukturen zu schaffen. wir haben das so gelöst:
    • es gibt fixierte Zeiten jeden Tag, die entweder für Aufgabe, Familie, Bubis oder Bildschirm reserviert sind. Bisher funktioniert das super.
    • zusätzlich haben wir 2 Tage in der Woche an denen wir einkaufen gehen – hier hilft uns unser bewährter Wochen-Essensplan*, so wissen wir schon welche Zutaten wir benötigen und können so unsere Zeit außer Haus noch einmal reduzieren.
    • auch die Hausarbeit ist geplant, so ist jeden Tag etwas zu tun 🙂

 

Wenn ich einmal Zeit habe, dann…

Hand aus Herz – wie oft habt ihr schon neue Ideen oder Vorhaben beiseite geschoben mit der Ausrede: wenn ich einmal Zeit habe, dann…

… lerne ich eine neue Sprache

… frische ich meine Nähkenntnisse auf

… starte ich endlich meinen Podcast

… backe ich selbst Brot

… probiere ich neue Rezepte aus

… schreibe ich Briefe

… euch fällt bestimmt auch noch etwas ein 🙂 

Hier ist nun die gute Nachricht: für die meisten von uns ist jetzt die Zeit dafür da!

Ausgenommen natürlich alle Angestellten in den Krankenhäusern, Lebensmittelgeschäften, beim Roten Kreuz etc – euch allen VIELEN DANK für euren Einsatz!!!

Für alle, die gerade nichts übermenschliches leisten müssen: die Zeit der Ausreden ist vorbei!

Was auch immer ihr schon immer einmal machen wolltet (und wofür man nicht zwingend außer Haus gehen muss) – macht es jetzt! Heutzutage gibt es für alles (wirklich alles) Angebote im Internet und vieles ist zur Zeit sogar kostenlos verfügbar!!!

 

Reflektieren und einen neuen Fokus setzen

Zeiten der Isolation kann man wunderbar dafür nutzen um über sein Leben, seine Entscheidungen und seinen Fokus zu reflektieren. Dazu gibt es unzählige Methoden – ein paar davon werde ich euch hier im Pausenraum auch noch zur Verfügung stellen.

Wichtig hierbei ist, in unsicheren Zeiten nicht gleich alles über Bord zu werfen. Unsicherheit fühlt sich nicht gut an, aber Großartiges kann daraus entstehen, wenn man die Unsicherheit zulässt und reflektiert wo man gerade steht, was einem gut tut und was eher nicht, wo man hin möchte und wer diesen Weg begleiten soll.

 

Entspannen

Mein Herzensthema, die Entspannung, darf natürlich in dieser Liste nicht fehlen.

Hier im Pausenraum findet ihr viele verschiedene Entspannungs- und auch Atemübungen – nehmt euch doch bewusst die Zeit um runter zu fahren und die Unsicherheit und die Sorgen einmal außen vor zu lassen.

 

In diesem Sinne: Bleibt gesund und entspannt meine Lieben!!

 


*  Wochen-Essensplan:

schon seit ein paar Jahren erstellen wir ein- bis zweimal wöchentlich einen Essensplan.

Als wir damit begonnen haben wollten wir hauptsächlich unsere Lebensmittelverschwendung, hervorgerufen durch impulsives, tägliches einkaufen, reduzieren und damit auch noch bares Geld sparen.

Gerade in der jetzigen Zeit, wo wir das Haus nicht unnötig verlassen sollten kann auch euch ein Wochenplan helfen, eure Einkäufe besser zu planen.

Hier meine Tipps für den Wochen-Essensplan:

  1. macht euch eine Liste eurer Lieblingsrezepte (und lasst auch die Kinder mitmachen)
  2. nehmt euch 1-2 mal pro Woche Zeit um die Mahlzeiten für die nächsten Tage zu planen
    1. achtet dabei auf die Ausgewogenheit
    2. überlegt euch, ob ihr nicht vielleicht jede Woche auch mal ein ganz neues Rezept ausprobieren wollt und sucht es gemeinsam aus
    3. plant auch ein bisschen Flexibilität ein
    4. macht euch keinen zu großen Stress – auch das typisch österreichische „Jausnen“ darf ab und zu mal eine Mahlzeit sein
  3. schreibt euch eine Einkaufsliste und achtet darauf, dass ihr nicht zu viel zusätzliches einkauft

 

P.s.: falls ihr Interesse an unseren Lieblingsrezepten habt (alle vegetarisch und familienerprobt), dann lasst mir gerne einen Kommentar hier!