Ich habe Träume.

Kleine Träume.

Und große Träume.

Träume, von denen ich weiß, dass sie sich wahrscheinlich nie erfüllen werden ( zum Beispiel ein 6-er im Lotto).
Und Träume, die durchaus im Bereich des Möglichen liegen (zum Beispiel Pausen wieder salonfähig zu machen).

Und dann habe ich noch ein Leben.

Mein Leben.
Ein völlig gewöhnliches Leben.
Ein gutes Leben.

Und darauf bin ich stolz.

Manchmal habe ich das Gefühl einen großen Teil meines Lebens zu verpassen, weil ich mich in meinen Träumen verliere.

Versteht mich nicht falsch, Träume sind wichtig und es ist toll sich die Zukunft in den schönsten Farben auszumalen. Aber während ich über die großen Visionen meines Lebens reflektiere, verpasse ich die vielen kleinen Wunder, die ich liebevoll „Alltag“ nennen möchte.

Der Begriff „Alltag“ hat einen ziemlich schlechten Ruf. Viele sehen in ihm ein notwendiges Übel, das uns dabei im Weg steht unsere Träume zu verwirklichen.

Das ist nicht fair – unser „Alltag“ ist die Basis für all unsere Träume.

Unser Alltag gibt uns Struktur.

Unser Alltag umfasst alle kleinen Wunder des Lebens – in meinem Fall sind das zum Beispiel meine Familie, meine Arbeit, meine Kreativität, mein Umfeld, unser Zuhause mit all den Aufgaben, die ein Haus nun mal mit sich bringt…

Unser Alltag zeigt uns auf wo es noch Verbesserungspotenzial gibt.

Unser Alltag ist unser Leben.

Findest du nicht auch, dass wir dem Alltag einen größeren Stellenwert einräumen sollten?

Ich habe mir diese Frage gestellt und viel darüber gelesen und ich glaube nun zu wissen, warum ich mich solange gegen ein „Danke“ für meinen Alltag gewehrt habe.

Hier meine Erkenntnisse, die mich und meine Sicht auf mein Leben grundlegend verändert haben:

Das Gefühl des Mangels gibt dem Alltag keine Chance ein liebenswerter Teil deines Lebens zu werden.

Dank Brené Brown und ihrer inspirierenden Arbeit habe ich gelernt, dass das Gefühl des Mangels sehr verbreitet ist. Nicht genug von…

Nicht genug Geld.
Nicht genug Zeit.
Nicht genug Erfolg.
Nicht dünn genug.
Nicht schlau genug.
Nicht begeistert genug.
Die Liste könnte ich ewig fortsetzen.

Das Gefühl, dass „gewöhnlich“ schlecht ist kann nur durch „Zufriedenheit mit dem was wir haben und sind“ kaltgestellt werden.

Woher kommt das Gefühl, dass gewöhnlich schlecht und „außergewöhnlich zu sein und zu leben“ absolut erstrebenswert ist? Gab es das schon immer, oder ist es erst so präsent, weil wir, dank der modernen Medien, andauernd mit Bildern und Geschichten von erfolgreichen, außergewöhnlichen und unglaublich gut aussehenden Menschen konfrontiert sind? Wann hat das gewöhnliche Leben einen so negativen Beigeschmack bekommen?

Für mich ist dieses Gefühl eng mit dem Gefühl des Mangels verwoben. Einige Gedanken, die sich hier bei mir immer wieder einschleichen:

Du bist nicht erfolgreich genug als Blogger – hör doch gleich damit auf, bevor du in der digitalen Versenkung verschwindest…
Dein Haus ist nicht immer aufgeräumt, blitzeblank und von oben bis unten durchgestylt und für die Weihnachtsdeko ist kein Platz, weil die Osterdekoration vom letzten Jahr noch immer da ist…
Du streckst dich zu wenig nach der Decke, im Mittelmaß kann man die Welt nicht verändern…

Kennt ihr diese Gedanken auch? Angepasst an eure Lebenssituationen werden sie vielleicht etwas anderes sagen, aber eines haben sie immer gemeinsam: „Du bist nicht außergewöhnlich genug – du bist ein Verlierer“.

Auf meinem Weg zu mehr Achtsamkeit habe ich ein Werkzeug gefunden, das mir hilft Zufriedenheit mit dem was ich habe und wer ich bin zu kultivieren.

Dankbarkeit.

Dankbarkeit ist ein wundervolles Werkzeug, denn sie hilft nicht nur dabei Zufriedenheit zu kultivieren, sie hilft uns auch Prioritäten richtig zu setzen und die richtigen Träume zu träumen.

Wie meine Dankbarkeitspraxis konkret aussieht und welche verschiedenen Möglichkeiten es gibt Dankbarkeit auch in dein Leben zu integrieren erzähle ich dir nächste Woche.

 

Bis dahin wünsche ich dir viele  entspannte Stunden, Viktoria