Meditation für mehr Gelassenheit

Es ist 5:30 morgens. Ich höre Vogelgezwitscher und wache langsam auf. Heute ist es soweit. Heute beginne ich wieder mit meiner Meditationspraxis.

Aber es ist noch so früh und ich bin noch so müde.

Vielleicht starte ich doch besser erst morgen damit? Ganz sicher ist ausgeschlafen meditieren doch viel sinnvoller…

„Nein!“ sage ich zu mir – „heute!“

Ich stehe also auf und bin besonders leise, denn meditieren, während die Jungs schon wach sind kann ganz sicher nicht funktionieren.

Im Wohnzimmer setze ich mich auf den Boden und stelle meinen Timer auf 5 Minuten.

Ich schließe die Augen und fange an zu atmen.

„An nichts denken“ denke ich mir und atme.

„Jetzt hab ich schon wieder an etwas gedacht“ denke ich mir und atme.

„Darüber muss ich schreiben“ denke ich mir und atme.

“ Wann sind die 5 Minuten denn endlich vorbei?“ denke ich mir und atme.

“ Die Nase juckt…“ denke ich mir und atme.

“ So lange können 5 Minuten aber wirklich nicht sein, oder? “ denke ich mir und atme.

“ Mein Rücken tut mir weh“ denke ich mir und atme.

“ Was wollte ich heute noch mal zu Mittag kochen?“ denke ich mir und atme.

“ Ich denke an nichts“ denke ich mir und atme.

“ Endlich – der Timer piebst“ denke ich mir und öffne die Augen.


Ich bleibe noch einen Moment sitzen und bin unschlüssig, ob ich das jetzt richtig gemacht habe.

Habe ich das „an nichts denken“ geschafft? Wohl eher nicht…

Fühle ich mich besser? Irgendwie schon.

Fühle ich mich gelassener und bereit für den Tag? Zumindest ist es nicht schlechter als gestern.

Meditation ist eine echte Herausforderung

Schon lange interessiere ich mich für Meditation und habe wirklich schon viel darüber gelesen.

Von den positiven Auswirkungen regelmäßiger Meditation* bin ich aus tiefstem Herzen überzeugt und trotzdem:

Meditieren ist für mich eine echte Herausforderung.


* Meditation verbessert die Konzentrationsfähigkeit und das Erinnerungsvermögen. Sie steigert das emotionale Wohlbefinden und reduziert Stress.


Im Grunde fällt mir das Meditieren wahrscheinlich deshalb so schwer, weil es nichts zu erreichen gibt.

Bei der Meditation ist sprichwörtlich der Weg das Ziel und der meditative Zielzustand wird wohl nur von wenigen Menschen dauerhaft erreicht.

Nichtsdestotrotz ist meditieren zweifellos, auch ohne das Ziel zu erreichen, gewinnbringend.

 

Du kannst die Wellen nicht stoppen, aber du kannst lernen zu surfen.

(Jon Kabat-Zinn)

 

Mein Weg zur Meditation

Ich habe also beschlossen, der Meditation einen Platz in meinem Alltag zu geben und habe mir hierfür einige Tipps zusammengesucht, die vielleicht auch dir helfen diese gesundheitsfördernde Gewohnheit in dein Leben zu integrieren.

Nutze deine innere Uhr

Immer zur selben Zeit zu meditieren hilft deinem Körper und deinem Geist instinktiv zu wissen, wann es an der Zeit ist, sich zu beruhigen und zu konzentrieren.

Finde einen Anker

Gewohnheiten lassen sich leichter aufbauen, wenn sie immer einer bestimmten anderen Tätigkeit folgen. Diese Tätigkeit nennt man Anker. Suche dir also eine Handlung, die du sowieso schon jeden Tag zu der Zeit tust, zu der du meditieren möchtest und setz die Meditation huckepack auf die schon etablierte Gewohnheit drauf.

Finde die für dich passende Meditationshaltung

Es gibt keine ultimative Haltung bei der Meditation, man kann im sitzen (auf einem Kissen oder Sessel), mit einem Meditationshocker oder auch im liegen meditieren.
Egal für welche Haltung du dich entscheidest, solltest du auf folgendes achten:

  • In einer stabilen, festen Haltung fühlst du dich sicher und geerdet.
  • Aufrecht sitzen oder gerade liegen hält deinen geist eher davon ab in Tagträume zu verfallen.
  • Je bequemer du sitzt oder liegst, umso länger kannst du still sitzen oder liegen, ohne abgelenkt zu werden.
  • Entspannte Muskeln (vor allem in Schultern, Armen und Gesicht) erleichtert dir das ausharren in deiner gewählten Position.
Versuche verschiedene Meditationstechniken, bis du „deine“ gefunden hast

Es gibt unzählige Meditationen und je nachdem welcher Typ du bist, wird dir die eine oder andere mehr oder weniger zusagen.

Versuche zum Beispiel „einfach“ deinen Atem zu beobachten und Atemzüge zu zählen.
Oder, wenn dir wie mir geführte Meditationen eher liegen, dann findest du in Büchern und natürlich auch im Internet unzählige, ausgezeichnete Anleitungen.

Auch hier im Pausenraum habe ich einige Techniken für dich zusammengetragen – hier geht es zu meinen Entspannungs- und Atemübungen.
Sei nachsichtig mit dir
Die richtige Einstellung ist das A und O beim meditieren.
  • Versuche eine neugierige und offene Einstellung zur Meditation zu entwickeln.
  • Sei konsequent und versprich dir selbst, jeden Tag, unter allen Umständen, zu meditieren.
  • Kritisiere dich nicht, wenn du abgelenkt wirst oder es „nicht richtig machst“
  • Sei geduldig – Veränderung braucht Zeit. Und wir wissen ja schon: Der Weg ist das Ziel.

 

Meditation ist das Reinigen des Geistes und Herzens vom Egoismus; durch diese Reinigung entsteht das richtige Denken, das allein den Menschen vom Leid befreien kann.

(Jiddu Krishnamurti)

 

Ich freue mich immer sehr, wenn du mich an deinen Erfahrungen teilhaben lässt – also keine Scheu!!!

 

Bleib achtsam und gesund, deine Viktoria