schönes Wochenende

„Ich bin nicht so der kreative Typ – ich hab‘ ja Wirtschaft studiert“…

Das war sehr lange meine Antwort, wenn ich auf meine unglaublich kreative Familie angesprochen wurde.
Lange wollte ich mich von dieser Kreativität abgrenzen, wollte etwas „Richtiges“ lernen, wollte Geld verdienen…

Heute weiß ich, dass es diese Unterteilung in kreative und nicht kreative Menschen nicht wirklich gibt. Jeder Mensch ist kreativ, einige benutzen ihre Kreativität und andere wollen lieber etwas Richtiges lernen 🙂

Ich komme, wie schon gesagt, aus einer sehr kreativen Familie. Bei uns stand musizieren, singen, malen, schauspielern, schreiben immer im Mittelpunkt.
Meine Eltern sind beide leidenschaftliche Chorleiter und Sänger, zwei meiner Brüder sind hauptberuflich kreativ – einer als Künstler und Maler und der andere als Theaterregisseur.
Beide haben in Bands gespielt, schreiben oder illustrieren.

Du siehst also, Kreativität wurde bei uns in der Familie großgeschrieben und irgendwie hatte ich da immer das Gefühl nicht richtig hineinzupassen.

Ich habe Querflöte gelernt, war nicht besonders gut und habe es wieder aufgegeben. Ich habe im Chor gesungen, war aber nie die beste Sängerin und habe es aufgegeben. Ich habe mich immer mit allen anderen verglichen und natürlich immer jemanden gefunden, der besser war als ich.

Comparison kills creativity and joy

(Brené Brown)

 

Im Nachhinein betrachtet ist mir nun klar, dass mir das ständige Vergleichen die Freude an Kreativität genommen hat. Viele Jahre habe ich versucht meine Kreativität zu unterdrücken, mich mit den „wirklich wichtigen Dingen des Lebens“ zu beschäftigen und weißt du, was das Ergebnis davon war?

Ich war nie wirklich glücklich. Ich hatte nie etwas, von dem ich gesagt habe: das macht mir so unglaublich viel Spaß, ich könnte das den ganzen Tag machen.


TAG 25

Finde deine Kreativität

Das „Problem“ mit der Kreativität ist, dass sie nicht einfach verschwindet, wenn sie nicht benutzt wird.
Sie sucht sich ihren Weg und im schlimmsten Fall bricht die ungenutzte Kreativität als Emotion aus einem heraus.
Das war bei mir nicht der Fall – bei mir hat sich die Kreativität langsam und von mir unbemerkt wieder in mein Leben eingeschlichen.

Ohne es wirklich zu steuern habe ich mir in meinem Job immer öfter Aufgaben gesucht, bei denen ich etwas „Neues“ schaffen konnte. Und weil es mir Spaß gemacht hat und es sonst niemand in meinem Arbeitsumfeld getan hat, habe ich mich auch nicht verglichen.

Heute weiß ich, wo meine Stärken liegen. Ich bin gut darin neue Prozesse und Übersichten zu gestalten und ich kann sie auch bis zum Ende durchdenken. Meine Kreativität ist mein „Markenzeichen“ und nicht mein „Fehler“.

Ich bin vielleicht nicht die Beste in meinem Job, aber ich bin mit Sicherheit einzigartig 🙂

Das war also der Startschuss für mein neues und kreatives ICH und das Schicksal hat mir dann 2012 zwei Lehrer geschickt, die mich innerhalb der letzten 8 Jahre richtig transformiert haben.

Sie haben mich gelehrt, dass Kreativität ein menschliches Grundbedürfnis ist, dass es okay ist dabei auch mal richtig blöd auszusehen und dass es bei kreativen Bemühungen kein Richtig und kein Falsch gibt.

Plötzlich habe ich begonnen zu Kinderliedern zu tanzen, lautstark mitzusingen, habe begonnen zu nähen, zu schreiben, zu zeichnen und habe neue Superlative für „Kritzi-Kratzi-Zeichnungen“ entwickelt, die wohl nur eine Mutter richtig würdigen kann 🙂

Von mir gibt es also ein absolutes „Daumen hoch“ für mehr Kreativität in unserer Welt und ich möchte dich auch auf den Weg bringen dein „kreatives ICH“ (wieder) zu entdecken!


Suche dir eine kreative Beschäftigung – ganz egal was
(kochen, schreiben, malen, zeichnen, gärtnern, an technischen Geräten herumbasteln, töpfern, singen, musizieren – die Möglichkeiten sind endlos).

Sei kreativ und genieße die Freude, die sich in dir ausbreitet.

Vergleiche dich nicht – jedes Ergebnis ist gut genug.


 

Creativity is the way I share my soul with the world.

Brené Brown

 

Ich freue mich immer sehr, wenn du mich an deinen Erfahrungen teilhaben lässt – also keine Scheu!!!
Achtsame Grüße und bis morgen, eure Viktoria